Ich bin kein Perfektionist – eher so der Achtzig-Zwanzig-Typ

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Frank steht als Chief Operating Officer – COO – an der Seite unserer Geschäftsführerin Katja Wachsmuth. Er kam 2014 zur OSB AG, um das Competence Center mitaufzubauen, aus dem in den folgenden Jahren ekvip entstand. „Es gibt eigentlich keinen Bereich, in dem ich nicht involviert bin“, sagt Frank über seine Rolle bei uns. Wie man Teams auf Reisen zusammenhält, Diversität die Türen öffnet und „tausend Themen“ im Blick behält, erzählt er hier.

„Ich bin verantwortlich für alles Operative. Ich gucke, dass unser Projektgeschäft läuft: Wer macht was? Was brauchen wir? Wo passiert gerade was? Ich habe einen Überblick über alle Themen“, beschreibt Frank seine Position bei ekvip. Außerdem ist er die Schnittstelle zwischen Kund:innen und unseren Mitarbeitenden und weiß immer, was gerade Priorität hat. Frank kommt 2014 zur OSB AG. Eigentlich hat er sich auf eine andere Stelle beworben, doch im Vorstellungsgespräch heißt es: „Wofür du dich beworben hast, macht für dich keinen Sinn. Wir machen was komplett anderes – Hättest du da Lust drauf?“ Bei seinem vorigen Arbeitgeber in München leitet er bereits ein Team und möchte diese Lead-Tätigkeit gern vertiefen. Am Ende landet er in der Leitung und im Vertrieb des Leipziger Competence Centers des OSB. Aus diesem wird sich 2021 die ekvip automation GmbH abspalten. Und Lust darauf, die hat er bis heute.

Verantwortung und Vertrauen

Für Frank besteht der Reiz seiner Rolle darin, die Fäden in der Hand zu haben, ohne in alle Themen im Detail hineingehen zu müssen. „Ich bin so der typische Achtzig-Zwanzig-Typ. Ich gucke mir nur die zwanzig Prozent an. Es liegt nicht in meinem Naturell, in der letzten Tiefe irgendwas auszugraben“, sagt er schmunzelnd und ergänzt, „mir macht es Spaß, etwas aufzubauen, ein Team zu formen – etwas, das wirklich Bestand hat und wächst. Ich möchte die Leute weiterbringen. Ich merke es an jeder und jedem Einzelnen: Sie kommen mit jedem Projekt voran und werden besser.“ ekvip ist ein junges Unternehmen – Wachstum passiert hier oft wie über Nacht. Und genau diese Dynamik macht Frank Freude: „Ich weiß nie, was mich heute so erwartet und ob ich abends nochmal aus den USA angerufen werde, weil irgendwo gerade die Luft brennt.“ Um die vielen Themen gleichzeitig überblicken zu können, ist es unabdingbar, Aufgaben abzugeben und ein gesunde Fehlertoleranz zu kultivieren: „Ich bin kein Perfektionist. Ich gebe oft viel Verantwortung an Leute, die vielleicht noch zögern. So können sie sich weiterentwickeln und wenn etwas schiefgeht, ist es nicht so schlimm. Dann gucken wir, wie wir das Ganze wieder einsammeln können.“

Zusammengehörigkeit stiften

Verantwortung abzugeben, das braucht auf der einen Seite Vertrauen. Auf der anderen Seite steht es an oberster Stelle, dass unsere Entwickler:innen sich nicht alleingelassen fühlen – besonders auf Reisen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als unterwegs auf der Baustelle zu sein und das Gefühl zu haben, dass es niemanden interessiert, was man macht. Und deswegen geht die Baustelle immer vor“, sagt Frank und spricht aus Erfahrung. Denn die Baustellen seien oftmals dort, wo es nicht schön ist, sie fordern lange Arbeitszeiten und diese finden oft dann statt, wenn die Produktion stillsteht – nachts, am Wochenende, an Feiertagen. Darum liegt dort die höchste Priorität: „Wenn da jemand sagt: ‚Ich habe ein Thema, ich brauche das und das‘, dann bleibt alles stehen und liegen, egal, was hier im Büro gerade brennt. Denn dieses Gefühl fängt man nicht wieder ein, wenn es einmal entstanden ist.“ Darum legt ekvip großen Wert darauf, nah an den Mitarbeitenden zu sein: „Es liegt jetzt nicht unbedingt allen das Herz auf der Zunge. Es geht darum, aktiv Interesse zu zeigen und nicht darauf zu warten, dass jemand was sagt. Was brauchst du? Was läuft gut? Was läuft nicht?“ Um diese Kommunikation dauerhaft halten zu können, wurden unsere Kompetenzen in Teams aufgeteilt. „Durch unsere zunehmende Größe verteilen wir nun vieles mit auf die Teamleads. Wir sind am Anfang eines großen Veränderungsprozesses.“

Vielfalt wirkt

Eine Veränderung, die ekvip tief verinnerlichen möchte, ist der Weg zu mehr Vielfalt. „Eine Diversität Richtung Internationalität kommt automatisch, weil wir weltweit Leute rekrutieren. Wir wollen in der Lage sein, ein Umfeld zu bieten, in dem sich alle wohlfühlen, wo es zusammen gut funktioniert“, sagt Frank überzeugt. Die täglichen Hürden sind manchmal unsichtbar für die Brille der eigenen Kultur. Eine offene Kommunikation hilft dabei, sie sichtbar zu machen: „Da kommen Kulturen zusammen, die wir noch nicht kennen. Wir hatten ein paar muslimische Mitarbeiter. Einer von ihnen hat nach einem halben Jahr im Probezeitgespräch gefragt: ‚Gibt es die Möglichkeit, dass ich hier irgendwo einen Raum für mich habe, wo ich beten kann? Ich brauche nur einen halben Quadratmeter, wo ich einen Teppich hinlegen kann und gut wäre, wenn ich den Raum schließen könnte‘“, erzählt Frank und sagt, wie überraschend einfach es manchmal sei, verschiedene Lebensweisen teilhaben zu lassen. „Das hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm. Das ist jetzt wirklich nichts Aufwendiges, aber er fühlte sich ein halbes Jahr unwohl, weil er nicht beten konnte. Da können wir uns nur damit auseinandersetzen und dazulernen und neue Wege ermöglichen.“