Vom inneren Abwägen und großen Reisen

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Frank ist seit 2017 dabei. Erst im Leipziger Standort der OSB AG, nun als Teil der Multitools bei ekvip. Sein ehemaliger Kommilitone Tino Oelke ist heute Teamlead der Coding Ninjas und brachte ihn vor fünf Jahren in unser Kollegium. Für Frank ist das Reisepensum auf der einen Seite eine Herausforderung. Auf der anderen Seite sieht er es als Möglichkeit, fachlich zu wachsen. Was ihn bei ekvip hält und wie seine Zukunft bei uns aussehen könnte, erzählt er hier.

Viel Überzeugungsarbeit ist nicht nötig, als Tino seinen ehemaligen Kommilitonen Frank in unser Team holen möchte. Doch eine Sache macht ihm Bauchschmerzen: „Das mit der Reisebereitschaft musste ich erstmal mit mir selbst ausmachen, bevor ich das Angebot annehmen konnte. Ich bin eher so der heimische Typ, ich muss nicht unbedingt reisen“, erinnert sich Frank an sein anfängliches Abwägen.  Aber ich habe gesagt: ‚Ich lass mich drauf ein und guck mal, wie es läuft.‘“ Besonders am Anfang sind die Reisen zu den Inbetriebnahmen essenziell, um die nötige Erfahrung aufzubauen, weiß er heute: „Gerade, wenn du als Rookie einsteigst, musst du einfach reisen, viel erleben, viel sehen, gerade auch international. Um ein allumfassendes Bild zu bekommen.“ Er schätzt, dass es etwa drei Jahre braucht, die nötige Expertise aufzubauen, um maximal von dem Wissen der Inbetriebnahmen während der Software Entwicklung zu profitieren. „Andere Kolleg:innen sind wahrscheinlich eher bereit zu reisen. Ich denke, das ist eine Charakterfrage, wie gut man damit klarkommt und wie viel Lust man darauf hat. Ich bin froh, dass es jetzt weniger geworden ist.“

Stressig, aber geil

Um auf die verschiedenen Bedürfnisse einzugehen, können unsere Programmierer:innen zwischen 60 oder 100 Prozent Reiseanteil wählen. Während seiner bisherigen fünf Jahre bei ekvip hat Frank schon viele Orte auf der Welt erleben können: „Ich war in China, in Wuxi und Hangzhou. In Charleston, North Carolina. Dann war ich in Hatvan in Ungarn. Und deutschlandweit in Eisenach, Bamberg, Amberg, Berlin und Straubing.“ Gemeinsam mit Tino reiste er 2018 erst nach Wuxi, China und direkt von dort nach Charleston, USA, um dort zwei identische Maschinenlinien in Betrieb zu nehmen: „Wir haben danach, wo wir schon mal da waren, einen Roadtrip von Charleston nach Miami gemacht. Über ein paar Tage. Wir waren am Cape Canaveral und haben uns die Raketen der Nasa angeguckt – das war geil. Der American Way of Life ist eigentlich ganz entspannt da drüben, gerade in den Sommermonaten.“

Zwischen den Welten

Als echtes Multitool switcht Frank zwischen den Programmierwelten hin und her: „Aber hauptsächlich mache ich SPS: Vor allem CODESYS, TIA und TwinCat“, fasst er zusammen. Für seinen Geschmack hat jede Welt ihre Vorteile: „In der Codesys-Welt hast du den Vorteil, dass du irgendwie freier bist und moderner programmieren kannst – in der Hochsprache ExST. Die Art zu entwickeln, ist mehr straight forward“, erklärt Frank und vergleicht hingegen das Programmieren ohne Hochsprache treffend: „Stell dir vor, du hast Photoshop und müsstest für jede Funktion erstmal drei Untermenüs öffnen. Das ist nervig. In Codesys kannst du alles direkt runtertippen und musst nicht ständig an die Maus. Es ist sehr textuell. Das ist ein großer Vorteil, finde ich.“ Doch auch die Siemens-Welt sieht er längst nicht als überholt. Hier seien es vor allem die Geräte, die einfach zu verstehen und präzise aufeinander abgestimmt sind. „Siemens ist auch sehr gewachsen, weil das mit die ersten in dem Bereich waren. Wahrscheinlich sagt jede:r SPS-Programmierer:in: ‚Ich habe früher mal die oder die Siemens-Steuerung programmiert.‘ Da können sich alle untereinander helfen.“

Auf Freundschaftsebene

Gegenseitige Unterstützung und Teamspirit wird bei ekvip täglich gelebt. Und auch Fehler gehören zum Wachstum unwillkürlich dazu. „Ich finde eines unserer wichtigsten Kulturgüter ist Fehlertoleranz“, reflektiert Frank und erzählt, wie diese in seinem Team durch Teamlead Sven Neubert vorgelebt wird: „Er sagt nicht: ‚Du hast einen Fehler gemacht, das war jetzt blöd‘. Sondern: ‚Du, ich habe da noch ein kleines Thema gefunden, war aber in fünf Minuten erledigt‘. So nach dem Motto: ‚Hey, das ist kein Problem‘. Dieses Empathische ist das, was Sven ausmacht.“ Und dieses gute Gefühl teilt Frank nicht nur mit Sven, sondern mit der ganzen ekvip-Crew: „Es ist schwer zu erklären. Wir sind hier wie gute Freund:innen – Man sieht sich zwar nicht immer, aber wenn dann mal wieder alle zusammenkommen wird gegrillt und lebhaft die neuesten Erlebnisse unserer Reisen ausgetauscht.