Wir wollen die Möglichkeiten von CODESYS voll ausreizen.

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Der studierte Elektrotechniker Tino fand seinen Weg zur OSB AG vor über sechs Jahren – dank der Empfehlung eines ehemaligen Kollegen. Heute ist er fester Bestandteil von ekvip. Gemeinsam mit Elias Froschauer leitet er das Team der Coding Ninjas. Er selbst gibt zu, dass die Ninjas schon echt ziemlich nerdig sind. Wozu das Team Nerds braucht, wie untereinander der richtige Spirit entsteht und wofür ein eigenes Framework gut ist, erzählt Tino hier.

„Bis Mitte dieses Jahres war ich 80 Prozent meiner Zeit unterwegs. Jetzt verbringe ich die meiste Zeit im Büro oder Home Office“, erzählt Tino von seiner täglichen Arbeit. „Als Teamleiter der Coding Ninjas manage ich das Team und nehme die Führungsrolle in den einzelnen Projekten in die Hand. Nebenher mache ich Übergeordnetes wie zum Beispiel Angebotskalkulationen.“ Die Coding Ninjas zeichnen sich durch ihre Expertise in der CODESYS-Welt aus: „Sie bietet einen Ansatz oder eine Methode, die mehr Dynamik und Flexibilität in der Programmierung zulässt“, versucht Tino zu erklären. „Darum können wir mehr Kreativität in unseren Code reinstecken, als es beispielsweise in der Siemens-Umgebung der Fall ist – einfach aufgrund der Möglichkeiten, die uns die Programmiersprache bietet. Aber das ist natürlich Definitionsfrage.“ Und dieses Potenzial nutzen die Programmierer:innen sowohl in der Projektarbeit mit Kund:innen, als auch für die Entwicklung eines eigenen Frameworks.

Ein Framework für alle

„Diese Kreativität ist auch die Grundlage, mit der wir unser Framework programmieren. Vielleicht ist Kreativität ein bisschen der falsche Ausdruck – wir bringen abstraktes Denkvermögen auf, um dort in der Welt zu programmieren.“ In der Entwicklung eines eigenen ekvip-Standards liegt eine große Vision. Dieser Standard soll uns mit maximaler Qualität abheben: „Wir programmieren Maschinen. Und da draußen gibt es einen Haufen Unternehmen, die das tun. Und wir wollen es auf eine clevere Art und Weise machen, mit maximaler Flexibilität“, erklärt Tino begeistert. „Die Möglichkeiten von CODESYS, mit diesen objektorientierten Ansätzen, die wollen wir voll ausreizen.“ Während viele SPS-Programmierer:innen der beiden anderen Teams spätestens bei „objektorientierten Ansätzen“ abwinken, beginnen die Augen der Ninjas zu leuchten: „Für jemanden, der aus der SPS-Welt kommt, bedeutet es Aufwand, sich die Methoden anzueignen, die wir verwenden“, schmunzelt Tino, „aber wenn man es dann verstanden hat und den Sinn dahinter sieht, dann entsteht eine Freiheit, dass man flexibel ist und nicht mehr abhängig von diesen alten Mustern.“ Aus diesem joy of developing entsteht letztlich der joy of use – ein Wert, der tief in unserer Unternehmensvision verwoben ist: Wir wollen jeden Menschen befähigen, ein Produkt automatisiert herzustellen. Die größte Herausforderung dabei ist es, eine niedrigschwellige Umsetzung zu ermöglichen: „Wenn der Standard nicht ausreichend aufbereitet und nicht verständlich für eine breite Masse ist, dann wird niemand kommen und sagen: ‚Ja, da baue ich mir jetzt den Maschinen-Code zusammen‘. Dann guckt man da rein denkt: ‚Ach, das ist irgendwie alles zu kompliziert. Blicke ich gar nicht. Nee, habe ich keinen Bock, das zu benutzen‘“, beschreibt Tino das Ausmaß der Aufgabe und fasst zusammen: „Die größte Herausforderung ist es, den Standard leicht benutzbar und ansprechend zu gestalten.“

Code like a ninja

Der hohe fachliche Anspruch fordert jeden und jede Einzelne im Team der Coding Ninjas. Auch Tino selbst: „Da ich mich auf die Teamleitung konzentriere und jetzt nicht mehr so im operativen Geschehen drin bin, ist es schwierig, sich selbst zu üben und am Ball zu bleiben.“ Events, wie das jährliche Trainingslager bieten eine willkommene Möglichkeit, sich up-to-date zu halten: „Wenn man dann selbst mal einen Workshop vorbereitet, dann beschäftigt man sich zwangsweise wieder tiefer mit der Materie. Da habe ich zuletzt auch wieder einen besseren Einblick und Durchblick bekommen.“ Um die Komplexität ihrer Arbeit innerhalb des Teams zu überblicken, folgen Tino und Elias mit ihrem Team klaren Herangehensweisen und Prozessregeln: „Ich bin sehr akribisch in allem, was ich tue. Ich brauche Struktur und ein Ziel. Und ich möchte auch, dass das im Detail von Anfang bis Ende von den einzelnen Leuten im Team umgesetzt wird“, fasst Tino die Präzision der Ninjas in Worte. Doch nicht alles kann man in Regeln fassen: „Vieles kann ich nur erreichen, indem ich es vorlebe. Sodass ich durch mein Verhalten mit wehenden Fahnen vorangehe und dann sehe, was es für eine Wirkung hat.“ Das Gleiche gilt für den Teamspirit. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kann man nicht vorgeben, nur vorleben. „Für mich ist ganz wichtig, dass jede:r sich dazu berufen fühlt, Verantwortung zu übernehmen für die eigene Arbeit und das Team. Ein respektvoller Umgang ist für mich eine Grundvoraussetzung, die Baseline quasi.“ Im Austausch mit jedem und jeder Einzelnen im Team vertraut Tino auf seine Empathie: „Man muss sich mit den Menschen befassen und mit ihnen reden. Abgesehen von den Mitarbeitergesprächen, versuche ich auch zwischen Tür- und -Angel regelmäßig mal rauszufinden, was sie sonst noch für Sachen im Alltag zu meistern haben und wie es ihnen geht.“ Und dabei sieht Tino sich zwischenmenschlich gut gerüstet: „Ich denke, ich habe ein ganz gutes Feingefühl.“